Warum Erg Chigaga für eine Vereinsreise?
Die besten Dunkelzonen Europas rangieren zwischen Bortle 3 und Bortle 4. Das ist eine echte Verbesserung gegenüber dem Stadtrand, aber die Lichtverschmutzung des Kontinents verhindert strukturell das Erreichen echter Weltklasse-Dunkelheit.
Das Erg Chigaga im marokkanischen Sahara gehört zu den wenigen Bortle-Klasse-1-Standorten, die ohne Polar- oder Höhenexpedition erreichbar sind. Der vor Ort gemessene SQM-Wert beträgt 22,0 mag/bogen². Das Lager verzeichnet 312 klare Nächte pro Jahr. Die nächste Stadt mit mehr als 50.000 Einwohnern liegt mehr als 300 km entfernt.
Für einen Verein, der bereits die besten deutschen oder europäischen Standorte kennt, ist dies ein kategorialer Unterschied.
Was Ihre Mitglieder beobachten können
Unter einem echten Bortle-Klasse-1-Himmel erweitert sich die Zielliste erheblich gegenüber jedem europäischen Standort.
Mit bloßem Auge: Die Milchstraße zeigt sichtbare Staubbänder und Sternentstehungsgebiete in Farbe. Das Gegenschein ist ohne optische Hilfsmittel erkennbar. Das Zodiakallicht bildet einen breiten, hellen Kegel entlang der Ekliptik nach Sonnenuntergang. Die Andromeda-Galaxie erscheint als 4 Grad breites Oval, mit den Satellitengalaxien M32 und M110, die aufmerksamen Beobachtern sichtbar sind.
Mit Fernglas: Der Virgo-Galaxienhaufen löst sich in Dutzende von Einzelgalaxien auf. Der gesamte Pleiaden-Nebel wird sichtbar. Die Große Magellansche Wolke ist vom Südhorizont aus für herbstliche Beobachtungen erreichbar.
Mit Teleskop (Vereinsinstrumente, 250 bis 400 mm):
- Kugelsternhaufen (M13, M22, Omega Centauri in nützlicher Höhe) lösen sich bis zum Kern auf
- Spiralarme und Staubbänder in scheibenförmigen Galaxien wie M101 und M33
- Schwache planetarische Nebel, die von keinem europäischen Standort aus sichtbar sind
- Emissionsnebel in Hα-Farbe durch OIII- und Hα-Filter ohne Kamera sichtbar
Astrofotografie: Das mediane Seeing beträgt 1,2 Bogensekunden. Die relative Luftfeuchtigkeit fällt nachts regelmäßig unter 15 %. Das sind professionelle Observatoriumsbedingungen. Ein FWHM unter 2 Bogensekunden ist routinemäßig.
Logistik: So funktioniert eine Gruppenmiete
Das Lager kann vollständig für Ihren Verein privatisiert werden. Keine anderen Gäste teilen das Gelände.
Die Beobachtungsplattform ist eine 80 m² große Betonplatte mit lautlosem 12V- und 220V-Stromanschluss. Jeder Beobachtungsplatz verfügt über einen Stromanschluss, ohne Aggregat oder Lärmbelästigung.
Im Gruppenpreis enthalten:
- Exklusivnutzung des gesamten Lagers (8 Suiten)
- Dedizierte Beobachtungsplattform mit Stromversorgung
- Vollpension: berbersisches Frühstück, Tagine-Mittagessen, Abendessen unter dem Sternenhimmel
- Tee- und Kaffeeservice nachts (bis ca. 3:00 Uhr)
- Privater 4x4-Transfer von M’Hamid el Ghizlane (~80 km vom Lager)
- Tägliches Himmelsbriefing und Ziellistenunterstützung
Was die Mitglieder mitbringen: Ihre persönliche äquatoriale Montierung (EQ5, HEQ5, EQ6-R, Paramount), ihr Instrument, ihre Kamera und ihren Laptop für das Guiding (PHD2) und die Aufnahme (NINA, Sequence Generator Pro).
Gruppengröße und Budget
Das Lager nimmt 2 bis 20 Personen bei einer Vollprivatisierung auf. Gruppen ab 6 Personen können eine Teilprivatisierung buchen (3 Suiten und die Beobachtungsplattform).
Die Gruppenpreise sind pro Person pro Nacht, alles inklusive (Vollpension, Transfers, Plattformzugang) strukturiert. Der Preis sinkt mit zunehmender Gruppengröße. Für einen Verein mit 10 bis 15 Mitgliedern bei einem 7-Nächte-Aufenthalt sind die Kosten vor Ort mit einem europäischen Sternpartytreffen mit gutem Quartier vergleichbar.
Flüge nach Marrakesch von deutschen Städten (Frankfurt, München, Berlin, Düsseldorf, Hamburg) liegen bei rund 100 bis 250 Euro hin und zurück. Kein Visum erforderlich für Inhaber deutscher, österreichischer oder schweizerischer Reisepässe. Persönliches optisches Equipment unterliegt nicht den marokkanischen Einfuhrzöllen.
Wann buchen?
Das Lager ist von Oktober bis Mitte Juni geöffnet. Neumondfenster sind als erste ausgebucht. Für Vereine sind folgende Zeitfenster empfehlenswert:
- November bis Februar: Längste Nächte, geringste Luftfeuchtigkeit, stabiles Seeing. Wintersternbilder in optimaler Höhe.
- März bis Mai: Der Milchstraßenkern geht bis Mai vor Mitternacht auf. Galaxiensaison in voller Tiefe.
Privatisierungsslots öffnen 8 bis 10 Monate im Voraus. Ein Verein, der die Neumonde im November oder Dezember anpeilt, sollte bis März anfragen.
Umnya Astro ist das astronomische Programm des Umnya Desert Camp, ein familiengeführtes Berberlager im Erg Chigaga seit 2014. Referenzen von französischen, belgischen und schweizerischen Astronomiegesellschaften sind auf Anfrage erhältlich.